Kunsttherapie und Trauma- mit Maria Kantor und Lilian Fritz
Traumasensible Kompetenz im kunsttherapeutischen Prozess
Fortbildung mit Maria Kantor und Lilian Fritz
Das Wissen über Trauma und seine Auswirkungen auf Körper, Nervensystem, Wahrnehmung und Beziehungserleben hat sich in den vergangenen Jahren wesentlich erweitert und ausdifferenziert. Damit verändert sich auch unser Verständnis davon, was Menschen brauchen, um belastende Erfahrungen verarbeiten und integrieren zu können.
Diese Erkenntnisse sind für die kunsttherapeutische Praxis von besonderer Bedeutung.
Traumasensible kunsttherapeutische Begleitung braucht mehr als einzelne Methoden. Sie erfordert Wissen, Wahrnehmungsfähigkeit, eine reflektierte therapeutische Haltung und die Fähigkeit, Prozesse so zu gestalten, dass Sicherheit, Wahlfreiheit und Selbstwirksamkeit erhalten bleiben.
WORUM ES IN DIESER FORTBILDUNG GEHT
Wir wollen ein grundlegendes Wissen an die Hand geben, dass Sicherheit und Orientierung bietet und im Sinne der Psychoedukation in die kunsttherapeutische Praxis einfließen kann.
Die Fortbildung verbindet aktuelles Traumawissen mit kunsttherapeutischer Praxis, fachlicher Reflexion und eigener Erfahrung. Im Mittelpunkt steht nicht die Anwendung eines festgelegten Methodenkatalogs, sondern die Entwicklung einer traumasensiblen kunsttherapeutischen Kompetenz.
INHALTE
Wir beschäftigen uns unter anderem mit folgenden Themen:
- Grundlagen eines aktuellen Verständnisses von Trauma, Grundbegriffe, Dynamiken und Erklärungsmodelle aus der Psychotraumatologie, der Polyvagal-Theorie und der neurosystemischen Integration.
- die Bedeutung des autonomen Nervensystems für Wahrnehmung, Beziehung und schöpferischen Ausdruck
- Sicherheit, Orientierung und Wahlfreiheit im kunsttherapeutischen Prozess
- Ressourcenorientierung und Stabilisierung
- das Erkennen von Aktivierung, Überforderung und Rückzug
- Tempo, Dosierung sowie die Gestaltung von Nähe und Distanz
- die unterschiedlichen Wirkweisen künstlerischer Medien und Materialien
- körperliche und sinnliche Reaktionen im Gestaltungsprozess
- therapeutische Beziehung und Resonanz
- Übertragung, Gegenübertragung im Kontext von Trauma und die Reflexion eigener Reaktionen
- Möglichkeiten der gemeinsamen Einordnung und Integration des Erlebten
- professionelle Grenzen, Verantwortungsbereiche und die Weitervermittlung an spezialisierte Fachpersonen
LERNEN DURCH ERFAHRUNG UND REFLEXION
Traumasensible Kompetenz lässt sich nicht allein über theoretisches Wissen entwickeln. Sie braucht eigene Erfahrung, verkörpertes Lernen und die Möglichkeit, das Erlebte gemeinsam fachlich zu reflektieren.
Die Fortbildung verbindet deshalb theoretische Impulse mit kunsttherapeutischer Praxis, Selbsterfahrung, Austausch und Fallreflexion. Die Zeit zwischen den einzelnen Teilen ermöglicht es, neue Perspektiven in die eigene Arbeit mitzunehmen, Erfahrungen zu sammeln und offene Fragen in den nächsten Abschnitt einzubringen.
Ziel ist eine Haltung, die nicht vorschnell deutet oder vertieft, sondern wahrnimmt, was ein Mensch im jeweiligen Moment braucht: Ausdruck oder Begrenzung, Bewegung oder Verlangsamung, Nähe oder Abstand.
ERSTER BLOCK 2027
Der erste Block der Fortbildung besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Teilen:
Teil 1: 5.–6. Juni 2027
Teil 2: 9.–10. Oktober 2027
VERTIEFUNGSBLOCK 2028
Im Jahr 2028 folgt ein ebenfalls zweiteiliger Vertiefungsblock. Darin werden die erworbenen Grundlagen weitergeführt, Erfahrungen aus der eigenen Praxis reflektiert und ausgewählte Themen vertieft. Die Termine in 2028 werden noch bekannt gegeben.
ZIELGRUPPE
Die Fortbildung richtet sich an diplomierte Kunsttherapeut*innen, die ihr Wissen über Trauma erweitern und eine traumasensible Haltung in ihrer kunsttherapeutischen Arbeit entwickeln oder vertiefen möchten. Sie bietet Raum für fachliche Weiterentwicklung, persönliche Reflexion und eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen kunsttherapeutischer Begleitung.
PROFESSIONELLE ABGRENZUNG
Die Fortbildung ist keine Ausbildung in Traumatherapie. Sie erweitert die kunsttherapeutische Kompetenz im Erkennen und Begleiten traumabezogener Dynamiken innerhalb des eigenen beruflichen Rahmens.
LEITUNG
Maria Kantor und Lilian Fritz
Maria Kantor und Lilian Fritz verbinden langjährige kunsttherapeutische Praxiserfahrung in der Begleitung von Menschen mit traumatischen Erfahrungen und deren Folgen mit fundierter Expertise im Bereich Trauma und traumasensibler Begleitung. In der Fortbildung bringen sie aktuelles Traumawissen mit den besonderen Möglichkeiten und Anforderungen kunsttherapeutischer Arbeit zusammen.
Stündlicher Zeitplan
5.Juni 2027
- 10.00 - 19.00
6.Juni 2027
- 10.00 - 16.00
9. Oktober 2027
- 10:00 AM - 07:00 PM
10. Oktober 2027
- 10:00 AM - 04:00 PM

