DIE KUNST DES LEBENS

Vom bloßen überleben zum wirklich leben

Auf den verschlungenen Pfaden der Jugend war die Kunst Wegweiser, ja Lebensretterin. Die Entdeckung der Kunstgeschichte und die Möglichkeit, an dieser zeit- und raumübergreifenden Kommunikation teilzunehmen und seinen Platz darin zu finden, machte Sinn, und Sinn macht etwas nur, wenn es mit dem Großen und Ganzen verbunden ist. Die eigenen Anlagen wurden vom wirklichen Leben ergriffen und befeuert. Die Kunst bot die Möglichkeit zu machen, einfach zu machen, sich selbst und die Welt zu erforschen und weiterzumachen, zu erkennen, dass man nicht derjenige ist, der macht, sondern derjenige, der im Machen gemacht wird.

Andere Medien flossen ein, Malerei, Skulptur, Zeichnung, Text, Performance, verbanden sich, boten neue Möglichkeiten. Die Kunstinstitutionen und ihre Märkte waren zu eng, zu sehr von wenig überzeugenden Experten vereinnahmt. Die Kunst musste näher an die Menschen heran, in das unmittelbare Leben, in die Wirklichkeit, die wir miteinander teilen, sie nahm direkt teil an der Gestaltung der Wirklichkeit hin zu einer schöneren Welt. In der Kunsttherapie kam ihre Medizin direkt dorthin, wo sie gebraucht wurde, und die Kartendecks, Workshops und Bücher, die zu gesellschaftlich relevanten Themen entstanden, fanden Anwendung bis in die europaweite Erwachsenenbildung.

Auf den verschlungenen Pfaden des Alters ist die Kunst wieder Wegweiser, Lebensretterin sogar über die Todesschranke hinweg, und rückblickend war es immer die Kunst, ob mit Farbe und Pinsel, mit Worten in den Veranstaltungsräumen, mit Körperwahrnehmungsübungen in der Therapie, im privaten Umfeld, im gesellschaftlichen Aktivismus oder im Dialog mit der eigenen Seele, die Sinn machte.

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