Amor fati
Für mich drücken diese beiden Wörter alles Wesentliche aus. Zwei Wörter, die ich fast als Zitat zu meinem Foto auf der Webseite verwendet hätte. Fast, weil sie ohne zusätzliche Erklärung wohl nicht in ihrer Tiefe beim Betrachter ankommen. Die KI weiß dazu: „Amor fati ist ein lateinischer Ausdruck für ‚Liebe zum Schicksal‘. Er beschreibt eine Haltung, bei der man alles im Leben, auch Leid und Schwierigkeiten, voll und ganz bejaht. Dieses Konzept, das sowohl von den Stoikern als auch von Friedrich Nietzsche geprägt wurde, steht im Gegensatz zu Reue und dem Wunsch, dass Dinge anders wären.“
Für mich ist es aus zwei Gründen bedeutend: Zum einen verstehe ich „amor” als Verb, als Tätigkeit. Es geht über bloßes Verstehen hinaus. Erst in der praktischen Anwendung, wenn man den Situationen, die das Leben bringt, tatsächlich freundlich und zutiefst bejahend begegnet, spürt man den transformativen Effekt.
Diese Übung kann nur mit dem Herzen als direkte Erfahrung praktiziert werden, denn die Intelligenz und sei sie noch so künstlich, greift hier zu kurz.
In unserer egozentrierten Welt besteht die meiste Beschäftigung darin, das kleine Ich auszubauen und zu schützen. Dabei versiegen jedoch die Freude und das Glück. Nur die Liebe vermag die Grenze von Trennung zu Verbindung mit dem Großen und Ganzen zu überwinden. In der aktiven, liebevollen Begegnung mit den Situationen des Lebens lernt man die Natur der Liebe kennen. Gerade in herausfordernden Momenten kann man fast körperlich spüren, wie es sich anfühlt in der Verbindung anzukommen, wie Freude und Glück wieder fließen, wenn man das Schicksal trotz allem freundlich bejaht.
Die radikal gelebte Übung „Amor fati” befreit das eingeengte Herz von der Klammer der oft dunklen Seite der Realität und lässt dessen innige Sehnsucht zu lieben frei.
©BriantRokyta, 2025
