Der Drang, Kunst zu schaffen und kreativ schöpferisch zu sein

Der Drang, Kunst zu schaffen und kreativ schöpferisch zu sein, ist tief in unserer menschlichen Natur verankert. und das seit jeher! Ich möchte fast meinen es ist wie ein biologischer Imperativ!

Vor kurzem bin ich über ein Interview mit der britischen Kunsthistorikerin Jill Cook gestolpert und sie hat dies wunderbar und präzise ausgedrückt:

The talent to make art comes from the need to make art, and the need to make art is
the same as it has always been amongst us as people with emotions and feelings.

Das Talent, Kunst zu schaffen, entspringt der Notwendigkeit, Kunst zu schaffen.
Diese Notwendigkeit, dieser innere Antrieb, ist seit jeher ein fester Bestandteil unseres Daseins als fühlende und empfindende Wesen. Von den ersten Höhlenmalereien bis zur Kunst von heute ist es derselbe Impuls, der uns dazu bewegt, unsere Erfahrungen, Emotionen und Sichtweisen auszudrücken.

also: Kreatives Erschaffen ist ein menschliches Grundbedürfnis.

In der heutigen Zeit mit den zahlreichen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, möchte ich behaupten: Kreativität ist geradezu ein radikaler Akt.
In einer Welt voller Probleme ist Kunst zu machen, ist kreatives Erschaffen kein Luxus, nicht selbstsüchtig oder gar unwichtig.

Unabhängig davon, ob man eine erfahrenere Künstler:in ist und sich mit den Stufen der Kunst beschäftigt hat, so wie jene Studierende die heute ihren Abschluss feiern, oder ob man eine „Anfänger:in“ ist – wir brauchen Eure Kunst‘!

Denn – Kreativität und Kunst, ja jeder schöpferische Prozess besitzt eine
transformative Kraft, die sowohl für die persönliche Entwicklung als auch für die Gesellschaft von Bedeutung ist.

Tatsächlich ist Kunst und kreatives Erschaffen keine isolierte Tätigkeit, die nur einigen wenigen vorbehalten ist oder auf geschlossene Räume wie Galerien und Museen beschränkt bleibt.

Vielmehr ist Kunst immer eine prozesshafte Erfahrung – eine intensive Form der Interaktion zwischen Individuum und Umwelt.

Kunst ist gelebte Erfahrung!

Durch unsere Kreativität transformieren wir das Alltägliche in etwas
Bedeutsames und schaffen damit Verbindung – zu uns selbst und zu anderen.

Besonders in einer Zeit, die von Krisen und Unsicherheit geprägt ist, gewinnt die künstlerische Praxis eine drängende Relevanz.

Die Autorin Amie McNee beschreibt das künstlerische Schaffen als radikalen Akt des Widerstandes … gegen Zweifel, Angst und gesellschaftliche Apathie – und als Signal der Hoffnung und des Zusammenhalts.

Jede bewusste Entscheidung, den kreativen Prozess zu beginnen oder fortzusetzen, trägt zur Erneuerung und Stärkung einer Gemeinschaft bei.

So kann ich sagen: aus dem angeborenen schöpferischen Drang gilt es die künstlerische Erfahrung als Lebenspraxis zu sehen, der Mut zum schöpferischen Handeln macht Kunst zu einer unverzichtbaren Ressource unserer Gegenwart.

In einer fragmentierten Welt kann der künstlerische Akt Sinn stiften, Verbindung schaffen und Hoffnung geben.

So möchte ich Euch einladen – alle Menschenwesen, die dies hier gerade lesen – seid selbst niemals „knausrig“ mit Euren kreativen Gaben – schenkt sie Euch selbst und der Welt!

Deine Kunst ist Ausdruck deiner tiefsten menschlichen Natur, ein Akt der Sinnstiftung für die Gemeinschaft und zugleich eine mutige Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit.

Unsere Kunst wird gebraucht, mehr denn je.

©LilianFRITZ, 2026