Kann es sein?
Dass die KunstTherapie eine aktuelle Dimension der Kunst ist?
Vielleicht war es der Kunst in den Museen ein bisschen zu langweilig. Sie wollte nicht nur bestaunt und analysiert werden, als Inspiration dienen – nein, sie wollte unmittelbar mit dabei sein. Sich sichtbar, fühlbar, hörbar machen. Da hat sie sich entschlossen, den Alltag mit den Menschen zu teilen.
Ich bin froh, dass sie ihn mit mir teilt und das wiederum will ich teilen: im Atelier, an der Druckpresse, in Seminaren und in der Einzelarbeit. Dort fordert sie auf, sich ihren Prozessen anzuvertrauen. Wenn es gelingt, führt sie uns sicher durch die schattigen Passagen überholter Überzeugungen und Irrtümer und öffnet das Fenster zu neuen Möglichkeiten. Rilke sagt »Man muss die Fragen lieb haben …«
Solange sich noch keine Antworten eingefunden haben, vertraue ich mich ihren Prozessen an. Das bringt in den Augenblick, ins Staunen. Das Experimentieren im Dialog mit ihr lässt die Ungeduld verblassen bis sich der nächste Schritt von selbst geht.
©GudrunHohengasser, 2026
Druck
ist mir Spiegel und Spur
ist Schwarz und Weiß
immer wieder, aber nicht nur
ist geprägt und frei
ist Urform, Wiederholung und Variation
ist tief und erhaben
macht Möglichkeiten begreifbar
ist sehen
sammeln
sichtbar machen
von Spuren, die ihre Geschichten selbst erzählen
es istAhnungSehnsuchteine FrageBerührungund jenseits des Augenblicksimmer Gewissheit!
Ich binAhnungSehnsuchteine FrageBerührungund manchmal jenseits des Augenblicks
Bild:
gefunden III
Monotypie 50 x 70 cm
Öl auf Bütten
aus dem Zyklus meinseindeinsein
